Wenn VBA ein Auto wäre. Der Oldtimer unter den Programmiersprachen

 

Glaubt man den Geschichtsbüchern, so ist VBA im Jahre 97 aufgekommen. Autos aus dieser Zeit bekommen heute ein H-Kennzeichen und können sich unter den Liebhabern und Fans dieser Gefährte im alten Glanz präsentieren. Doch VBA ist kein Auto, es trägt kein H-Kennzeichen und wird vor allem auch nicht nur zum Vergnügen am Wochenende eingesetzt. Doch auch VBA hat seine Liebhaber, seine Fans. 

VBA = Verdammt Beliebte Arbeitserleichterung

VBA Makros sind auch heute noch eine weit verbreitete Art, sich den Alltag zu erleichtern. Und dabei sprechen wir nicht nur von kleinen Excel-Tabellen, mit denen man schnell mal einen Serienbrief erstellen kann oder bunte Buttons mit Funktionen belebt. VBA erfreut sich noch immer bester Gesund- und Beliebtheit bei Firmen jeder Größenordnung und auch Verwaltungen in allen Bereichen des Lebens. Ob Amt, Unternehmen, Verein etc….VBA lebt. 

Doch warum ist das so? Ganz klar: 

  1. VBA ist einfach: Es ist eine schnell erlernbare Programmiersprache
  2. VBA ist günstig: Keine zusätzliche Software notwendig 
  3. VBA ist schnell: kein Warten auf Beschaffung von Programmen
  4. VBA ist allgegenwärtig: fertige Codes und Module im Internet. 

Man könnte wirklich meinen, dass VBA als Abkürzung für Verdammt Beliebte Arbeitserleichterung steht. Denn trotz des Alters, der immer wiederkehrenden Gefahrenpotenziale – für die es bekannt ist – wird noch immer fleißig programmiert, kommuniziert, aber leider nicht signiert. Was uns zum nächsten und wichtigsten Punkt bringt. 

 

Gefahren und Risiken durch und wegen VBA

Wenn man über die Gefahren von VBA Makros liest, dann wird man meist Berichte über Makroviren lesen, Ransomware-Angriffe, Emotet und so weiter. Wikipedia sagt z.B.: „Makroviren sind Computerviren, die … dass er sich selbst in andere Dokumente einnistet und schädliche Funktionen aufruft, beispielsweise indem er Texte in Word-Dateien verändert oder beliebige Dateien auf der Festplatte löscht.“ Wir wissen also, Makros sind böse. Wie böse sie sein können, kann man sich selbst ausmalen. Ein Makro kann an Ihrem Rechner, Ihrem Firmennetzwerk all dies tun, was auch Sie mit Ihrer Windows-Kennung und Ihren Berechtigungen tun können. 

Eine oftmals unterschätzte Gefahr ist allerdings auch der Abriss von Prozessen, dass Abbrechen von Kommunikationswegen oder das komplette Stilllegen einzelner Fertigungen, Abteilungen und Programmen.

 

Das Ziel ist klar, oder? 

Wie geht man richtig mit VBA Makros um? Welcher Weg ist der beste? 

  • Deaktivieren ohne Benachrichtigung?
  • Deaktivieren mit Benachrichtigung?
  • Deaktivieren außer digital signierten Makros?
  • Uneingeschränkt zulassen? 

Die Antwort lautet ganz klar: Kommt darauf an… 

Striktes Unterbinden von Makros im eigenen Unternehmen, Mail-Anhänge, die direkt beim Erhalt entfernt und gelöscht werden, Zulassen nur noch signierter Makros…viele Wege führen eigentlich nach Rom. Aber was, wenn man gar nicht nach Rom möchte, sondern nach Gelsenkirchen oder vielleicht Lübeck? Dann sollte man sich nicht nur über das Ziel Gedanken machen, sondern vor allem den Weg und die eventuellen Umleitungen, Sackgassen und auch mal Staus auf dieser Strecke.

 

Man muss sich bei VBA über folgende Dinge bewusst werden:

  1. Wie viele Dateien habe ich, in denen Makros genutzt werden?
  2. Wie viele unterschiedliche Makros habe ich im Einsatz?
  3. Wie viele User im Unternehmen sind auf diese Makros heute angewiesen?
  4. Welche meiner Prozesse werden durch Makros gesteuert?
  5. Was würde beim Deaktivieren dieser Makros nicht mehr laufen?
  6. Gibt es Alternativen zu den verwendeten Makros?
  7. Wie kann ich bestehende Makros sicher nutzen? 

Produktionen, Verwaltungen, Fachabteilungen aus Behörden oder Unternehmen, einzelne Mitarbeiter – alle haben Ihren eigenen Nutzen in VBA erkannt und setzen diese selbst entwickelten Hilfstools ein. VBA hat hier auch seine Berechtigung und kann nicht einfach deaktiviert oder ersetzt werden. 

 

Die sagenumwobene Schatten IT 

Der Begriff Schatten-IT ist geprägt von all den Mitarbeitern aus der IT, die genau wissen, dass sie eigentlich nicht genau wissen, was alles im Schatten der IT stattfindet. Das klingt hart an der Stelle, aber es steckt sehr viel Wahrheit hinter dieser Aussage. Gerade VBA hat es den IT-Abteilungen nicht gerade einfacher gemacht, im eigenen Unternehmen den Überblick über alle Anwendungen zu haben, die im Hause so kursieren. Ein schnell geschriebenes Makro, eine Erleichterung hier, eine Optimierung da…und schon haben sie die Schatten-IT. Und hier aus dem Dunkeln zu kommen, ist die schwierigste Disziplin, die es bei VBA gibt. Denn wie könnte man einfach an all die Informationen kommen, die man über VBA benötigt? 

  1. VBA deaktivieren und warten, wer sich meldet? Nicht praktikabel und nicht empfohlen.
  2. Mitarbeiter befragen? Nicht praktikabel, ungenau und zu langwierig.
  3. Einfach ignorieren? Ein NoGo…das BSI belehrt Sie gerne eines Besseren. 
  4. Alle Verzeichnisse auf Dateien nach Datei-Endung prüfen, dann die Makros prüfen.
  5. Ganz ehrlich? Glauben Sie, das wäre innerhalb eines Berufslebens machbar?
  6. Wie sieht außerdem ein sauberer Code aus? (Wussten Sie eigentlich, dass man bei Word-Makros den Code nur einsehen kann, wenn man das Makro ausführt? Nein? Jetzt schon) Also auch keine so gute Idee.
0
Feed

Einen Kommentar hinterlassen